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Der Superdrache

Es ist mal wieder soweit, liebe Liebenden, Zeit, vom Einkaufen zu berichten. Glaubte ich noch, mit meiner Abhandlung über Muttis im Supermarkt den Eisberg hinreichend genau umrissen zu haben, kann ich jetzt doch die Gedanken und Gefühle des Titanic-Kapitäns nachempfinden. Es ist nur die Spitze, dahinter steht etwas viel, viel schlimmeres: Die Mutti der Muttis. Der SUPERDRACHE im Supermarkt.

Zur Gattung der Muttigen gehörend, legt die Supermutti eben dies uns bekannte Verhalten an den Tag. Wir erinnern uns: Von der heiligen Dreifaltigkeit der Waschmittel wie der EC-Karten bis zu Revierkämpfen an der Supermarktkasse. Einmal an selbiger angekommen, mutiert manche Mutti (selber Wortstamm – begriffliche Verwandschaft?) aber ungefragt: Sie geht noch fix was holen!!! Wobei 'fix' im Sinne von 'Ich klettere mal fix auf den Mount Everest' oder 'Ich sorge mal fix für Weltfrieden' verstanden werden darf. Also Muttis und Thüringern vorbehalten.

Dieses 'fix' sorgt für heftige Irritationen, weil man danach im Normalfall nachzählen muss, wie häuftig schon von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wurde und umgekehrt. Und das nur, um die Uhr richtig zu stellen. Und nur die Erleichterung, dass die nicht gleich nen zweiten Wagen geholt, diesen ebenso vollgeramscht und zur Kasse mitgebracht hat, hält den Schaum vorm Mund weg und die Wut darüber im Zaum, dass ich meine drei Bier längst bezahlt hätte. Kann es einen Gott geben, der so etwas zulässt?

Es kann! Denn, wie bei Bonzenomi, wie bei normalen Muttis, der Herr mutet uns diesen Drachen zwar zu, aber er sorgt auch für ausgleichende Gerechtigkeit. Aber der Reihe nach.

Supermutti ist inzwischen vollbepackt wiedergekommen, legt das 'fix' geholte aufs Band und beginnt mit der Umschichtung des Berges da in ihrem Einkaufswagen. Vom Wagen aufs Band und von da direkt in den Einkaufskorb. Nun muss dazu erwähnt werden, dass der natürlich nicht reicht. Braucht sie noch Einkaufstüten. Pauschal erstmal mehrere nehmen? Nein! Die muss man ihr einzeln vorreichen. Was, wenn sie vier nimmt, braucht aber bloss drei? Dieses Loch in der Haushaltskasse zu schließen wäre sicher schwerer als das Ölleck im Golf von Mexiko! 9 Cent! Und es ist mehr als fraglich, ob BP das zahlt...

Entsprechend sehen die Tüten aus. Mittlerweile hat sie alles verpackt, um nicht zu sagen die Tüten komplett überladen, bezahlt und geht. Ich bin dran. 'Drei Mal?'. 'Jo'. '1,29 bitte'. Bier einsacken und – ich setze grade meinen Rucksack auf – RUMMS! Aber nicht bei mir, nein, Supermuttis Plastiktüten haben das getan, was Billigplastiktüten nun mal bei Zuladung einer halben Monatsration den Otto-Normal-SOS-Kinderdorfs tun: Sie kollabierten. Und nun liegt das ganze Zeug auf dem Boden vorm Supermarkt.

Der Milchdrink, der Joghurt: Entzwei! Ich sehe noch die Verpackung: 'Ideal für unterwegs!'. Hehe, jetzt nicht mehr.Aber am Ende hätte es eh nur der kleine gekriegt, der, festinstalliert vorm Fernseher seine 40 Kilo übergewicht zu vergessen suchend, zwischen der Tafel Vollmilchschokolade und der Tafel Weisse Schokolade auch mal was 'gesundes' braucht. Zyklon B ist eben auch gesünder als Senfgas.

Eine Tomate rollt über den Boden un harmoniert immer perfekter mit Suppermuttis Gesichtsfarbe. Soll sie sich beschweren? Das sie das ganze kaputte Zeug neu kriegt? Sie wird es sicher tun, aber im Angesicht der Peinlichkeit, wenn sie wieder rein muss, gönne ich ihr das. Warum hilft denn nur keiner beim Zusammensuchen? Tja, die Kassiererinnen haben zu tun. Hat sich ja doch schon ne ganz schön lange Schlange gebildet. Was kaufen diese Idioten, die da am Band stehen auch immer so viel???

20.7.10 22:09


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Busfahrer

Hellas! Bei aller telemedialer Negativberichterstattung, es ist Sommer in Deutschland und obwohl es zu warm ist, sollte man manche Dinge manche Male einfach positiv sehen. Ja, sogar ich denke manchmal so! In meinem Blog! Lasst uns also, liebe Gemeinde, einmal nicht zu denen schauen, deren kognitive Kapazitäten nur grade so für 'Atmen' oder 'Dumm dreinschaun' ausreichen, lass uns einmal unseren gesamten Freundes- und Bekanntenkreis außer Mama vergessen, lasst uns auch 99% der Menschen, die wir täglich treffen, einschließlich Nachbarn, Kommunitonen und die Schlampe in der Mensa, die mir heute nen Putenschnittzel statt nem Cordon Bleu auf den Teller gehaun hat (und das zum gleichen Preis!) übersehen und nach denen fragen, die nicht durch Hässlichkeit bei völliger Inkompetenz bestechen, Menschen, ohne die dieses Leben wohl kaum lebenswert wäre!

Busfahrer zum Beispiel. Was wäre die Welt ohne Busfahrer? Gut, man könnte auch fragen 'Was wäre die Welt ohne Busse?', aber der Ansatz ist schon falsch. Es geht um warmherziges Aufeinander zugehen, nicht kalte Technokratie. Außerdem sind Busse in Dresden speziell im Sommer meist viel zu stickig, überfüllt und zu allem Überfluss auch noch gelb! Busfahrer sind ganz selten gelb, die sitzen cool und völlig schweissfrei bei 45 Grad acht Stunden am Tag in ihrem Buss und chauffieren ihre Sonnenbrille. Tres chic!

Straßenbahnfahrer sind nicht ansatzweise so cool. Die müssen nur einen doofen Hebel und ein paar Knöpfe drücken und sitzen auch noch durch eine abgeschlossene Glastür von den Fahrgästen getrennt. Hat was paranoides. Dabei habe ich noch keinen Selbstmordattentäter gesehen, der eine Straßenbahn entführt um sie in den Firmensitz der Ostsächsischen Sparkasse zu lenken. Einerseits, weil es wohl nicht antikapitalistisch genug wäre, andererseits, weil das gar nicht geht. In den Firmensitz der Ostsächsischen Sparkasse führen nämlich gar keine Gleise. Als das Gebäude errichtet wurde, dachte man nämlich noch gar nicht an terroristenfreundliches Bauen. Aber es gibt ja auch gar keine Verordnung, die das vorschreibt (woran man erkennt, dass die Terroristenlobby in städtischen Behörden und Verkehrsministerien eindeutig unterrepräsentiert ist – Wie wäre es mit finanzieller Optimierung, Osama?).

Also zurück zu unseren Busfahrern. Was denkt so ein Busfahrer während der Fahrt? Denken alle das Gleiche? Wohl kaum, gibt es doch verschiedene Typen Busfahrer. Es gibt den rundlichen Alten, der besonnen und routiniert den Bus fährt, manchmal glaube ich, er ist froh, auf diese Weise ein paar Stunden dem Hausdra... der angetrauten Holden zu entkommen. Es gibt den Onkeltyp, der sicherlich auch eine kostenfreie Putze zu Hasue hat, aber wohl kaum den Weitblick, diesen Umstand schlecht zu finden. Es gibt den Jungspund, der die 'Karrierechancen in einem dynamischen Unternehmen', noch dazu mit 'teilweise über hundert Leuten hinter ihnen' toll fand, bis im dämmerte, dass er grade ne Ausbildung zum Busfahrer macht. Und es gibt den Mantatyp, bei dem nur das Fahrerfenster verhindert, dass er den Arm aus selbigem legt. Vokuhila vs. Halbglatze vs. 'Wir-müssen-morgen-Haare-schneiden-ich-brauch-den-Topf-grad-zum-kochen'. Was denken solche Menschen?

Warum wird man eigentlich Busfahrer? Gibt es, bevor man auf dem Karrierezweig 'Langzeitarbeitsloser Alkoholiker' landet, tatsächlich noch eine Verästelung, die mitten in die Ausbildungszentren städtischer Verkehrsbetriebe führt? Klar, für Fünfjährige ist der Job toll, direkt neben Astronaut und Feuerwehrmann, aber während der Physikunterricht den einen Jobwunsch relativiert und man bei der Jugendfeuerwehr doch nur den eigenen Brand stillt, spricht ja eigentlich nichts gegen 'Busfahrer' (außer Gehalt, Ansehen und der Tatsache, dass der Job ungefähr so sexy ist wie eine nässendes Hämatom). Und: Warum bleibt man Busfahrer? Wenn man schon einer ist und ein bisschen Geld hat, warum macht man dann nicht was ordentliches? Manager zu Beispiel. Die sind zwar auch beliebt wie Fusspilz aber kriegen sogar noch Geld, wenn sie was gegen die Wand fahren.

Sicherlich sind sie sich bewusst, dass sich so etwas die wenigsten fragen. Aber muss man es deswegen nicht grade fragen? Bewundernd den Grund für diese stoische Ruhe suchen? In einer Welt jenseits der Managergehälter all das so cool zu ertragen? Man sollte darüber nachdenken... Scheiße, mein Bus!!!

20.7.10 22:10





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